In dieser Serie erkunde ich Industriehafengebiete in ganz Europa. In der Nacht überschreiten diese Gebäude aus Stahl und Beton ihre reale Dimension und erscheinen als Teil eines lebenden „Bestiariums“ oder einer Sammlung von Fantasiewesen. In der postindustriellen Ära erscheinen sie als Überbleibsel einer anderen Zeit, als Teil einer zeitgenössischen Mythologie, die ich zu beleuchten versuche. Die Nacht sublimiert ihren Übergang vom Status eines Objekts zum Status eines Subjekts. In dieser Serie wende ich durchgehend dasselbe fotografische Protokoll an: lange Belichtungszeit, gleiche Blende, Arbeit mit einem Stativ, das die Grenze zwischen Landschaft und Porträt verwischt und mich dazu bringt, diese Gebäude als posierende Subjekte zu betrachten.
Die Pracht dieser Stahl- und Eisenkonstruktionen wird durch die Reflexion des künstlichen Lichts, das sie in der Dunkelheit der Nacht umgibt, noch verstärkt. In dieser Situation sehe ich sie als lebende Wesen, die atmen und pulsieren - als "Nächtliche Biester".